Steve Earle & The Dukes überzeugen in München
Steve Earle & The Dukes waren ab 03. November 2004 für einige Wochen auf Europatournee. Wir konnten sie am Mittwoch, den 08. Dezember im ausverkauften Metropolis in München erleben. Der Club bietet nur Stehplätze, erinnert sehr an das Studio des SWR, in dem früher die Sendungen “Ohne Filter Extra” aufgezeichnet worden waren. Das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch, man konnte die Musik sehr differenziert hören, jedes Instrument und die Stimmen, und das steht wohl im Vordergrund.
Nachdem Allison Moorer ihren Auftritt auf rund eine halbe Stunde begrenzen musste, sie spielte ihre seelenvollen Lieder im Duett, begann kurz vor 21 Uhr der Auftritt von Steve Earle mit “The Revolution Starts Now”, dem Titelsong seiner aktuellen Studio-CD. Aus diesem Album, das sich gegen den Irak-Krieg wendet, folgten viele Lieder, z.B. “Home To Houston” oder “Hanging Around”, das auf CD im Duett mit Emmylou Harris erscheint, auf der Bühne war Allison Moorer die feine Duettpartnerin. Steve Earle hat hart gekämpft gegen Bush, nicht nur mit seiner aktuellen CD, und er hat sich bei seinen Münchener Fans für den Wahlausgang (Wiederwahl von Bush) am 02. November 2004 entschuldigt, da der Ausgang der Wahl uns auch tangiert und er hat sich für die Standhaftigkeit der Deutschen im Widerstand gegen den Krieg bedankt. Seine Söhne sind jetzt 22 und 17 Jahre, sie sind finanziell so gut abgesichert, dass sie nicht zur Armee müssen, im Gegensatz zu einigen anderen, die aus finanzieller Not heraus diesen Schritt tun, und dann irgendwo in der Welt landen, wo sie lieber nie hingekommen wären.
“Train A Comin’”,
“Copperhead Road”, auch die Mandoline kam zum Einsatz, Steve spielte auch gerne
Mundharmonika. Knackige Gitarren, Keyboard nur im Hintergrund, das ist kurz
gesagt der Sound des fast 50-jährigen Steve Earle.
Ein
Highlight des Abends war “Christmastime In Washington”, das auf der CD “Concert
For A Landmine Free World” enthalten ist, “Come Back Woody Guthrie, Come Back To
Us Now ...”
“F the FCC” aus “The Revolution Starts Now”, “Revolution” und “The Revolution Starts Now”, “Guitar Town”, nach 90 Minuten Konzert noch 30 Minuten Zugaben, umjubelt verließ Steve Earle gegen 23 Uhr die Bühne. Wie lautet die Devise von Steve Earle, um den Blues nach der Wahl abzulegen? “Geh raus aus deinem Land, verlieb dich, spiel ein Stones-Cover”. Er kann all dies und mehr und hat gezeigt, dass er mitten drin ist in einer guten Karriere, etwas abseits vom Kommerz, dafür trifft er die Themen und Töne um so besser. Uns hat es sehr gut gefallen und wir freuen uns schon auf die bestimmt irgendwann anstehende nächste Tour von Steve Earle. (hog)