Land unter....
oder wie nennen wir das Motto
von dem Countryfestival in Stechow?

Am 25.06.05 hat es mich zu dem Countryfestival nach Stechow - organisiert durch die Gemeinde - verschlagen. Da ich aus gesundheitlichen Gründen leider keinen DJ dort machen konnte, hatte ich die Möglichkeit, die Bands und das Drumherum einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gegen Mittag bin ich mit der Bahn in Nennhausen angekommen. Gott sei Dank wurde ich mit dem Auto von dem Bahnhof abgeholt, denn es fuhr kein Bus und auch kein Taxi, so dass man sonst kilometerweit laufen müsste. Schade eigentlich, dass es dort keinen Shuttleservice zum Festivalgelände gibt, denn nicht jeder hat ein Auto. Aber vielleicht ist das ja mal eine kleine Anregung für das 11. Countryfestival im Jahre 2006...

Als ich auf dem Festivalgelände ankam, zog sich der Himmel zusehends mit dunklen Wolken zu. Also schnell umgezogen und ab in die Scheune bevor der große Regen kommt. Und so geschah es auch. Ein wirklich massiver Regen überschwemmte regelrecht das Gelände.

Auf der Bühne stand zwischenzeitlich die Band Country Express aus Salzgitter. Was mir an der Band positiv aufgefallen ist, waren die sehr vielen neuen Songs in ihrem Repertoire. Es ging über Lonestar und vielen weiteren Newcountrysongs, was jedes Countryherz höher schlagen ließ. Die Linedancer kamen auf ihren Geschmack, aber auch der Countryfan, der auf handgemachte Countrymusic steht.

Als der Regen etwas nachließ habe ich eine Runde durch das Wasser über das Campinggelände gemacht. Die Temperaturen gingen schlachtartig runter, so dass es Zeit für eine Jacke wurde. Das Campinggelände war meines Erachtens nicht so voll belegt mit Campern, was ich doch sehr schade fand. Zum einen war es doch mittlerweile das 10. Festival und zum anderen ist Stechow mittlerweile eine Tradition unter den Countryfans geworden. Aus welchem Grunde dieses Jahr nicht ganz so viele Gäste vor Ort waren, liegt nicht in meiner Kenntnis. Aber vielleicht würde es ja zum Abend noch voller werden. Warteten wir also der Dinge ab.

Als nächste Band kam dann Simple Song auf die Bühne. Sie überzeugten die Countryfans mit Songs aus dem Newcountrybereich. Viele Lieder von Alabama durften dort nicht fehlen. Die Scheune wurde mittlerweile auch voller und die Stimmung stieg so ganz langsam. 

Als Simple Song fertig war kam eine Umbaupause, die von DJ Bronco und DJ Tex mit Musik aus der Konserve überbrückt wurde.

Nun war es endlich soweit: 0.00 Uhr und Cripple Creek Band kam auf die große Bühne. Die Band Cripple Creek existiert seit vielen Jahren und wer sie kennt, weiß, dass sie sehr viel Countryrock bzw. Rockmusik in ihrem Programm haben. Der Leadsänger kündigte an, dass sie aufgrund der Verspätung ihre Sets durchspielen werden. Die Scheune wurde immer voller und die Stimmung war bombastisch. Die Band zeigte ihr wirkliches Können an den Instrumenten und natürlich am Gesang. Hier merkte man, dass eine Profiband auf der Bühne stand. Ob mit langsamen oder schnellen Songs, sie haben es geschafft, das Publikum ihn ihren Bann zu ziehen. Hut ab, vor der wirklich grandiosen Show.

Die Cripple Creek Band spielte bis 3.45 Uhr in den Morgen hinein. Sage und schreibe fast vier Stunden haben sie durchgespielt. Den Feierabend hatten sich die Jungs wirklich verdient. Ein Song hat mir besonders gut gefallen: Seven Bridges Road von den Eagles. Sie sangen den Song anfangs unplugged und dann erst mit Instrumenten. So hat man gesehen bzw. gehört, dass die Jungs also auch problemlos ohne Instrumente eine Show durchziehen können.

DJ Bronco hat dann noch bis in die Morgenstunden - es wurde auf jeden Fall schon hell - die vielen übrig gebliebenen Countryfans mit Musik aus der Konserve verwöhnt.

Am Sonntagmorgen wollte ich dann erst mal noch schnell mir einen Tee holen, schließlich gab es ja Frühstück in der Scheune. Kurz an dem reichhaltigen Buffet das Personal gefragt, ob sie auch Tee verkaufen, zur unfreundlichen Antwort kam, dass es doch Kaffee gibt, das muss ja wohl reichen. Hmm, nagut, damit habe ich mich dann wohl abfinden müssen. Ein Countryfan hatte Erbarmen und brachte uns dann heißes Wasser, welches im übrigen auch nicht von dem Frühstückscaterer zur Verfügung gestellt werden konnte, damit wir unseren Tee fertig machen konnten. Es ist doch schade, dass man als Caterer davon ausgeht, dass alle Countryfans Kaffeetrinker sind. Nächstes Jahr werden wir jedenfalls unser Frühstück selbst mitbringen.

Gegen 10.00 Uhr kam der Pfarrer und hielt seine mittlerweile schon traditionelle Predigt. Er hatte eine Gruppe aus North Carolina mitgebracht, die die Kirche und den Glauben in Form eines Theaterstücks den Countryfans näher bringen wollten. Mir persönlich hat der Gottesdienst sehr gut gefallen und ich weiß, dass ich nächstes Jahr wieder daran teilnehmen werde.

Gegen 11.00 Uhr traten dann Hawk Mountain aus Berlin auf. Sie hatten sehr viel Linedance in ihrem Programm und ich muss ganz ehrlich sagen, sie waren allesamt klasse. Sowohl Instrumentalität, Gesang, aber auch Entertainment, es hat an nichts gefehlt und die Harmonie unter den Bandmitgliedern war einfach klasse. Die Stimmung war super und jeder konnte sein Tanzbein schwingen.

Crazy Magic Didi durfte natürlich auch dieses Jahr nicht fehlen. In der Setpause von Hawk Mountain hat er wieder eine Dame in Hypnose versetzt.

Nach dem Auftritt von Hawk Mountain kam die legendäre Flaggenparade und natürlich auch die Absprache von dem Herrn Bürgermeister. Er verkündete nun offiziell, dass es natürlich auch ein 11. Countryfestival in Stechow im Jahre 2006 geben wird.

Den Abschluss machten dann Fair Play - das Duo aus Berlin schlechthin. Die Scheune war sehr voll und die Linedancer kämpften um die Plätze auf der Tanzfläche. Gott sei Dank gab es ja noch die kleine Tanzfläche vor der Scheune, so dass das Drängeln und Kämpfen nicht zu einer Schlacht wurde.

Gegen 17.30 Uhr war dann leider schon wieder das Festival zu Ende. Im allgemeinen war die Stimmung sehr familiär und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr in Stechow. Erwähnenswert sind auf jeden Fall noch die Getränkepreise. Für eine große Apfelsaftschorle hat man nur 1,50 EUR bezahlt und ich denke, das ist wirklich für jeden erträglich. Auch ein Lob an das Team vom Thresen. Die Bedienung war zügig und man musste nicht lange auf seine Getränke warten.

Also bis zum nächsten Jahr in Stechow.

Euer Woelckchen