
Der „Mann in Schwarz“ lebt weiter
„Johnny Cash Memorial Day“ zu Ehren des verstorbenen Countrystars
Vor einem Jahr starb der amerikanische Countrysänger Johnny Cash, der es als „Man In Black“ zu weltweitem Ruhm gebracht hat, für viele die Verkörperung der Country Music überhaupt ist. Ihn ehrten die Country & Western Friends Koetz mit einem Konzert am 11. September im gut gefüllten Schützenheim in Leipheim. Drei „Acts“ waren aufgeboten: der Ulmer Solist „Mandy“, das Kölner Trio „Texas Heat“ und die slowakische „Johnny Cash Revival Band“, und alle waren früher schon einmal bei den Country Friends aufgetreten. In einem langen Konzert begeisterten die Musiker die Hörer und hielten die Erinnerung an Cash lebendig.
Mandy hat mit seiner tiefen Stimme eine natürliche Ähnlichkeit mit Cash, er imitiert ihn nicht einfach, er klingt einfach wie jener. Und so brachte er die Hits des Altmeisters zur eigenen Gitarre, vorgetragen mit viel Liebe und Respekt und von persönlichen Bemerkungen begleitet. Zufällig war er an Cashs Todestag in Nashville gewesen und konnte aus nächster Nähe die Reaktionen der Countrywelt miterleben. Hier in Leipheim teilte er sich die Bühne mit Texas Heat, entweder stand Mandy im Vordergrund und die Band begleitete ihn oder umgekehrt. Stimmlich war ihr Leadsänger Bernd Wolf nicht so nahe am großen Vorbild, er gestaltete seine Interpretationen persönlicher, aber die Band schaffte den typischen Cashsound der 50er Jahre mit zwei Gitarren und Bass mit Bravour. Nun ist der 11. September nicht nur der Jahrestag von Cashs Tod, sondern auch der Terrorangriffe auf das World Trade Center in New York, und Bernd Wolf gedachte dieser Tragödie mit einem Gedicht von Cash, „Rugged old flag“.
Die Johnny Cash Revival Band umfasst fünf Musiker, hier war auch ein Schlagzeug dabei, und es war faszinierend, mit welcher Perfektion Leadsänger Robert Simek sein Idol präsentierte, nicht nur stimmlich, sondern auch im ganzen Auftreten, im Umgang mit der Gitarre und dem Mikrophon – fast meinte man, den verstorbenen Meister persönlich auf der Bühne zu sehen. Seine Begleiter, alle übrigens ganz in Schwarz gekleidet, taten ein Übriges, um die Illusion eines Original-Cash-Konzertes zu perfektionieren. Dabei hat Cash in seinem Leben genug Lieder geschrieben, dass die Auftretenden nur wenig Wiederholungen brachten, und sie verliehen ihnen so viel Eigenleben, dass auf der Bühne trotz gleichbleibender Instrumentierung mit vielen Gitarren kaum Langeweile aufkam. Eines wurde deutlich: der Einfluss von Johnny Cash auf die Country Music wird noch lange bleibender „Man In Black“ lebt weiter in seiner Musik“.
Die nächsten Termine der Country Friends: am 25. September unterstützt der Verein das Konzert der holländischen Bluegrassband „4 Wheel Drive“ im St. Martinus-Haus in Pfaffenhofen/Roth und am 7. November das amerikanische Old Time Duo „Still On The Hill“ im Rokokosaal des Heimatmuseums Günzburg und die Country Christmas steigt am 11. Dezember wieder im Schützenhaus in Leipheim.
Eberhard Finke